In der Zwischenzeit

 

Ich stand zwischen zwei Zigarettenzügen

 

in meiner eigenen Bahnhofshalle und alle

 

Gestalten um mich herum, verwischt und stumm

 

blieben ohne zu denken in meinen Augen hängen

 

setzten sich ungefragt auf meine Netzhaut

 

und durchgeschaut

 

konnte ich nichts mehr erkennen

 

und selbst mich selbst nicht mehr beim Namen nennen

 

Wenn Sehnsucht nur die Sucht ist sich zu sehnen

 

nach dem was man versäumt

 

was macht dann ein Traum den gerade niemand träumt

 

zurück oder alleine gelassen, mit nichts von sich übrig

 

zum anfassen oder loslassen

 

aber seltsam gewiss, dass da mehr ist

 

mehr als man sehen kann

 

und mehr als man erzählen kann

 

damit man daran nicht zerbricht

 

bleibt man ganz

 

betrachtet das ganze etwas aus der Distanz

 

im Glauben man distanziert sich ja bloß

 

und plötzlich sind die Dinge ihr Seelen los

 

werden austauschbar

 

wie Bilder einer digitalen Kamera

 

wie Meinungszeitungsbuchstaben

 

jeden Tag neu sortiert

 

bei denen, egal wofür sie stehen

 

man nicht mehr versteht was passiert

 

zuerst wird man schlauer, doch genauer hingesehen

 

ist jede Information für sich und unter die Lupe genommen

 

nur gefrorene Zeit

 

die Beliebigkeit heraus schreit

 

von der man ohnehin schon viel zu viel hat

 

doch man füttert sich weiter

 

obwohl man fast platzt

 

man platzt fast vor soviel Leergewicht

 

und ich weiß nicht

 

 

 

Was ist das für ein Ding das niemals satt ist

 

ganz egal was es verschlingt

 

und egal wieviel es frisst

 

es macht nur fett von innen

 

traurig, und die Stimme

 

der man eigentlich lauscht rauscht wie das Meer

 

in einer Muschel auf dem Ohr

 

und weil man ständig etwas vermisst

 

kommt man nie auf die Idee

 

dass dieses Etwas ein etwas weniger ist

 

etwas weniger Ich macht möglicherweise etwas her

 

was dann automatisch etwas mehr

 

von den anderen wär

 

Etwas weniger Ich macht immer mehr Licht

 

 

 

Alles, was mich an mir stört

 

ist das was nicht zu mir gehört

 

Und manchmal bin ich mir so wenig vertraut

 

dass ich fürchte ich bin

 

aus diesen Dingen zusammengebaut

 

aus Ideen und Bildern die meine nicht sind

 

meine Netzhaut besetzt halten und mich blind

 

und wenn man nicht viel fühlt

 

kann man nicht viel machen

 

fängt an das was noch da ist rund um die Uhr zu bewachen

 

fängt an Tabletten zu schlucken um einzuschlafen

 

und zwei Wecker zu stellen um aufzuwachen

 

Irrt stumm in sich rum

 

die Hände so voller Geschenke

 

dass die inneren Gelenke schmerzen

 

doch im Herzen blind

 

vergisst man dass innere Geschenke

 

nicht für den Besitzer sind

 

Und ich weiß dass du denkst

 

dass mich das nicht betrifft

 

aber du kennst mich nicht

 

 

 

Ich schlage dir ein Rad für einen Ratschlag ins Gesicht

 

der mich von hier nach da bringt

 

wo ich vielleicht nichts mehr besitze

 

aber dafür ich selbst bin

 

und wenn es diesen Ort gibt

 

bring mich hin oder gib mir bitte das Ticket

 

und mit etwas Glück

 

gebe ich dir irgendwann zurück

 

was immer es dich gekostet hat

 

vielleicht nur einen Ratschlag

 

Manchmal glaube ich

 

alles wird gut

 

und führe mich auf wie ein Geschirrtuch

 

das immer wieder denkt

 

es wird nie wieder nass

 

und das jedes mal

 

bis zum nächsten Abwasch

 

Ich stand zwischen zwei Zigarettenzügen

 

in meiner eigenen Bahnhofshalle und alle

 

Gestalten um mich herum

 

verwischt und stumm

 

blieben ohne zu denken in meinen Augen hängen

 

setzten sich ungefragt auf meine Netzhaut

 

und durchgeschaut

 

konnte ich nichts mehr erkennen

 

und selbst mich selbst nicht mehr

 

beim Namen nennen

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