Musikvideo „Ansonsten der Sommer“ – Premiere / Erste Tourdaten

Gestern war die Premiere zu meinem Video zu „Ansonsten der Sommer“. Christian Mertens, der sich sowohl für mein letztes Video als auch für zahlreiche Videos von Niels Frevert verantwortlich zeigte, hat Regie geführt und zahlreiche Freunde und deren Kinder haben „tatkräftig“ mitgewirkt ;) Es war ein wilder Tag an der Elbe, und ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis :)) Ab heute gibt es das ganze auch auf youtube zu sehen:

„Auf die Welt“ ist seit knapp 2 Wochen draußen, wir haben schon ein paar kleine Release Konzerte gespielt, aber die große Tour wird gerade geplant. Hier schon mal als Vorankündigung die festen Termine:

Donnerstag, 3. September 2015 / Hamburg / Nochtspeicher  (mit Band)
Dienstag, 8. September 2015 / Krefeld / Kulturfabrik
Mittwoch, 9. September 2015 / Köln / Stereo Wonderland
Donnerstag, 10. September 2015 / Frankfurt / Elfer (mit Band)
Freitag, 11. September 2015 / München / Milla (mit Band)
Samstag, 10. Oktober 2015 / Kiel / Hansa48
Donnerstag, 15. Oktober 2015 / Düsseldorf / Kassette
Freitag, 16. Oktober 2015 / Bochum / Schauspielhaus
Donnerstag, 12. November 2015 / Stuttgart / Merlin (mit Band)

Es kommen noch einige viele Termine dazu und VVK Links folgen.

Außerdem kann man Auf die Welt nach wie vor hier kaufen:
http://www.fressmann.com/shop/?orderby=date
http://www.amazon.de/Wolfgang-M%C3%BCller/e/B003SEIQWE/ref=dp_byline_cont_music_1
https://itunes.apple.com/de/album/auf-die-welt/id980548774

Ich freue mich darauf euch im September zu sehen, ansonsten erst mal einen schönen Sommer :)

Schönen Gruß!

Wolfgang

„Auf die Welt“ – Jetzt!

Danke an alle die gestern in Berlin waren. Ihr werdet euren Kindern noch erzählen können dass ihr auf dem DEM Konzert wart auf dem ich mich am äh häufigsten verspielt habe :) Aber es war mir trotzdem ein Fest.

Und nun, einen Tag zu spät, der offizielle Release Post :) Seit gestern gibt es „Auf die Welt“ jetzt zu kaufen. Das geht zum Beispiel im Fressmann Shop über den Einkaufen Button oben. Dort gibt es auch die tollen „Bald hab ich mehr Zeit“ Jutebeutel zu erwerben, und eben die CD oder die Vinyl. Letztere beiden gibt es auch bei jpc.de und dem Klassenfeind Amazon. Und die Links:

http://www.fressmann.com/shop/?orderby=date
http://www.amazon.de/Wolfgang-M%C3%BCller/e/B003SEIQWE/ref=dp_byline_cont_music_1
https://itunes.apple.com/de/album/auf-die-welt/id980548774

Außerdem – Bald veröffentlichen wir hier die ersten Tourdaten für September und Oktober. Das ist noch ein bisschen hin, aber wir fangen früh an. Und natürlich sehr bald unser erstes Video zu „Ansonsten der Sommer“. Ich hab auch noch nichts gesehen und bin sehr gespannt :)

jute

Auf die Welt

Liebe alle, ich freue mich euch erzählen zu können dass mein neues Album „Auf die Welt“ heissen und am 17.04. erscheinen wird. Ich für mich kann sagen, dass ich noch nie ein Album so sehr so gemacht habe wie ich wollte wie dieses. Ich habe komplett auf Bass und Schlagzeug verzichtet und nur Chöre, Gitarre, Klavier und ab und zu Gastinstrumente eingesetzt, aber keine klassische Band. Ich hatte erst Befürchtungen, dass das nicht trägt, aber jetzt, wo es fertig ist, habe ich das Gefühl das erste Mal ein Album genau so gemacht zu haben, wie ich wollte – ohne irgendwelche ängstlichen Kompromisse, ich glaube es zeigt in aller Klarheit wie ich mir meine Musik vorstelle. Ich hoffe, es gefällt euch :)

cover_web

Ich freue mich auch sehr, dass Peter Schmidt, der schon Peter Fox oder Wir sind Helden gemischt hat, sich dem Album angenommen und es noch mal 5 Stufen weiter nach oben geholt hat. Alles in allem ist es (meine erste :) Sommerplatte geworden, mit relativ luftigen Songs und Arrangements. Das Album ist mit 9 Stücken und gut 30 Minuten sicher eins der kürzeren, aber es war nach 9 Stücken einfach fertig für meine Ohren. Kein Lied mehr hätte es besser gemacht.

Ich werde bald ein paar Songschnipsel bei Soundcloud hochladen. Außerdem wird es ein Video geben, das dauert aber vermutlich noch bis zur Veröffentlichung des Albums. Wir haben ein bisschen spät angefangen :)

Soweit erstmal dies. Bald mehr

schönen Gruß!

Wolfgang

Neues Album! / Crowdfunding / Bitte ein Kinderfoto von dir

Es hat sich viel getan die letzten zwei Jahre, Labelgründung, neue Projekte wie die Märchen-CD oder die Krokodilslangen Geschichten haben viel Zeit in Anspruch genommen. Dafür habe ich immer wieder Songs geschrieben, und jetzt nach fast 2 Jahren ist es soweit, dass ich ein neues Album aufnehmen will. Bei jeder Platte die ich mache habe ich ja das Gefühl dass es die Letzte ist, und es danach einfach nichts mehr zu sagen gibt, aber irgendwie kommt doch immer wieder was. Da ich nicht zu den Menschen gehöre, die auf Kommando Songs schreiben können (schon gar keine guten), freue ich mich immer ein Loch in den Bauch, wenn die Musik wieder zu mir findet. So auch jetzt.

Ich brauche dafür aber als die One-man-show die ich nun mal bin euren Support! Ihr könnt mein Projekt bis zum 14.12. via Crowdfunding unterstützen. Aber zuerst einmal muss ich 100 Fans sammeln , um in die Finanzierungsphase gehen zu können. Hier:

www.startnext.de/studioalbum2015

Abgesehen vom finanziellen Aspekt habe ich diese Crowdfunding-Aktionen irgendwie lieb gewonnen. Es macht einfach mehr Spaß etwas zu machen wenn man merkt, dass man nicht alleine damit ist. Und ich habe lieber Geld von hundert Fans als von einer Bank :)

Außerdem und deswegen möchte ich für mein Leben gerne, dass jeder, der dieses Projekt unterstützt, mit einem KINDERFOTO von ihm oder ihr selber mit IM ARTWORK erscheint.

Das was ich mir vorstelle funktioniert aber nur mit sehr vielen Fotos. Deswegen kann jeder Freund meiner Musik gegen eine Schutzgebühr von 2 Euro (damit die Identität des Senders durch einen Geldtransfer belegt ist) oder für den Kauf eines anderen Startnext-Dankeschöns ein Foto von sich als Kind unter

www.mueller-musik.de/albumkinderfoto

hochladen. Dort sind auch alle EInzelheiten nochmal genauer erklärt.

BItte macht mit und helft mir das schönste Artwork der Welt zu erstellen (und keine Angst – keiner kommt aufs Cover :) Sollte das alles nicht klappen und ich ein anderes Artwork machen werden die Fotos die ich bis dahin erhalten habe natürlich umgehend gelöscht.

Ansonsten hoffe ich, es geht euch allen gut. Konzerte gibt es erst mal keine, aber nächstes Jahr zum Release und danach werde ich auf jeden Fall wieder unterwegs sein. Da freue ich mich auch jetzt schon drauf.

Bis dahin erst einmal eine gute Zeit und auf bald

Wolfgang

Klasse! Wir singen. Ein Liederabend wie aus den 50er Jahren.

Gestern abend durfte ich einer interessanten Veranstaltung beiwohnen: Klasse! wir singen, ein gemeinnütziges Projekt einer privaten Trägerschaft, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, das Singen wieder in den Alltag der Schüler zu integrieren. Auf ihrer Homepage schreiben die Macher:

„Klasse! Wir singen“ ist eine gemeinnützige Aktion, die in den Klassen 1-7 aller Schulformen das Singen von Kindern in Schule, Freizeit und Familie dauerhaft und nachhaltig fördert. Sie wurde von engagierten Chorleitern, Lehrkräften, Mitarbeitern der Kultusministerien und Eltern in Deutschland gemeinsam entwickelt. In der Vorbereitungsphase lernen die Kinder in den Klassen gemeinsam einen Liederkanon, aus dem sie auch außerhalb der Schule miteinander singen können. Die Teilnahme an den großen Liederfesten zum Abschluss der Aktion ist ein unvergessliches Erlebnis für Kinder und Eltern. Schulische Motivation und Selbstvertrauen der Kinder werden nachhaltig gestärkt.“ (http://www.klasse-wir-singen.de/projekt/)

Schüler von ausgewählten Klassen können sich freiwillig melden, um über einen Zeitraum einiger Wochen Lieder einzustudieren um diese dann in einem großen Event mit 2000 anderen Schülern (hier: Hamburg Sporthalle!) zu singen.

Eigentlich ja eine schöne Idee.

Eigentlich.

Ich für meinen Teil hatte streckenweise größte Mühe, vor Empörung auf meinem Sitz zu bleiben. Denn was da unter dem Deckmantel der Weltoffenheit und Toleranz und Gemeinsinn gepredigt wurde war streckenweise mehr als rustikal touchierte haarscharf zutiefst koservatives Gedankengut. Und gerne auch mal über die Linie drüber, aber so geschickt verpackt, dass man schon genau hinsehen musste um die kleinen Giftpillen zu entdecken, die einem da über den Abend verabreicht wurden.

Da war zum einen die Liederauswahl. Neben „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch oder „Alle Vögel sind schon da“ fanden sich auch Lieder wie „Kein schöner Land in dieser Zeit“. Zitat:

„Kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das unsere weit und breit“

Das alleine ist natürlich noch nicht verwerflich. Es ist ein altes Volkslied, nur – warum wird aus allen möglichen Liedern, die man auswählen könnte, ein solches ausgewählt? Der offensichtlichen Problematik war sich der Moderator offenbar auch bewusst, denn er hatte eine kleine Geschichte parat. Die ging so:

Einmal hatte er Kinder gefragt, welche Lieder sie am schönsten fänden, und da sagte „Mehmet aus der Türkei“: Kein schöner Land. „Mehmet! rief ich, wieso das denn??“ Und Mehmet sagte: „Weil es sich gut anfühlt.“ Ja, so der Moderator, Heimat fühlt sich richtig gut an. Jedem seine Heimat. Das hat gar nichts mit Politik zu tun, so führte er weiter aus, sondern nur damit, dass jeder seine Heimat hat. Seine eigene.

Jetzt könnte man einwenden, dass Heimat doch wirklich etwas schönes ist, und dass man das doch wohl nach sagen können soll. Würde ich sagen: Stimmt. Nur was hat das auf einem Liederfest mit 2000 Kindern zu tun? Die Antwort lautet: Rein gar nichts.

Und so geht das den ganzen Abend.

Es werden zwar auch durchgängig Lieder präsentiert, die von Toleranz und gutem Miteinander handeln (Z.b. „Im Land der Blaukarierten“), aber immer wieder werden an passender und unpassender Stelle durch Überbetonung oder Thematisierung seltsame Akzente gesetzt.

So wird zum Beispiel an anderer Stelle mit Tränen in den Augen von einer Reihe Rollstuhlfahrer erzählt, die so behindert waren dass sie eigentlich gar nichts machen konnten. Neben ihnen, so die Erzählung, standen sogar Helfer die die Arme bewegen mussten. Und trotzdem waren sie Teil der Gesangsgemeinschaft.

Ist ja erst mal eine total rührende Geschichte. Bis man sich dann fragt, warum es notwendig ist, diese total krasse Behinderung mit dem Nudelholz auszuwalzen, um dann extra zu betonen, dass sie TROTZDEM auch dabei sein durften. Obwohl Sie so total behindert waren. Das ist, obwohl beim ersten Hinsehen ja integrativ erscheinend, extrem ausgrenzend. Denn von den Menschen wird da gar nicht mehr besprochen. Nur noch von Behinderten, die (aber auch nur über das Singen) jetzt auch mal mit dabei sein durften. Ist das hilfreich oder sogar respektvoll? Antwort: Nein.

Ein weiteres Bonmot über den Abend war die dauerhafte, schelmisch-augenzwinkernde, Abwertung der weiblichen Zuhörerschaft. Beim All-time Favorit „Ich hab ne Tante aus Marokko“ durften die Männer singen:

Und dann trinken wir ne Flasche,
wenn sie kommt [gluck-gluck]

die Frauen durften den Kuchenteil übernehmen:

und dann essen wir ne Torte,
wenn sie kommt [schmatz-schmatz]

Auch hier könnte man sagen, warum , ist doch lustig, Frauen essen doch gerne Kuchen, und Männer trinken gerne Bier. Muss man doch auch so benennen dürfen.

Antwort wieder: Ja darf man. Und weiter: Was hat das auf einem Kinderliedfest zu suchen? Antwort: Gar nichts.

Denn was gerne unterschätzt wird ist, wie prägend solche Interventionen sind. Da stehen 2000 Kinder und sehen, wie ebenso viele Frauen sich in einem Saal quasi zum Vollhorst machen, weil sie alleine den Kuchen essen (schmatz schmatz), und Papa sein Bier trinkt (gluck gluck). Wer jetzt ernsthaft denkt, das hätte keine Auswirkung auf das Geschlechterrollenbild der Kinder ist naiv.

Und wenn schon so viele Kinder und Eltern zusammen sind, warum wird die Gelegenheit nicht beim Schopfe ergriffen und das Rollenbild mal umgedreht? Warum sagt der Moderator nicht so was wie: „Jetzt essen die Männer den Kuchen und die Frauen trinken aus der Flasche“? Die Kinder würden brüllen vor Lachen, und das Klischee wäre einmal wirkmächtig gebrochen worden . Warum wird das nicht gemacht? Es bleibt ein Geheimnis. Oder eben auch nicht.

Zu guter Letzt wurde noch das schöne Lied „Der Mond ist aufgegangen“ in allen fünf Strophen zum Besten gegeben. Der Moderator, über die ganze Dauer der Darbietung immer sehr gestenreich mit dabei, lies es sich nicht nehmen, bei folgender Strophe in eine flehende Gebetspose zu fallen:

Gott, lass uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Lass uns einfältig werden,
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein.“

Auch hier wieder: Ein wirklich schönes Lied. Hammer Melodie. Und größtenteils ein super Text, im Kontext betrachtet auch alles völlig in Ordnung. Aber wieder die Frage.

Warum fällt ein Moderator einer Kinderliedveranstaltung quasi fast auf die Knie und fleht mit zusammengefalteten Händen den Herrgott an? Das Wort “ Buddhismus“ oder “ Islam “ oder irgendeine andere Religion wurde den ganzen Abend über mit keinem Wort erwähnt. Was soll das? Es gibt hunderte, tausende Kinderlieder, warum wird ausgerechnet diese Strophe in diesem Lied so abgefeiert vor versammelter Mannschaft? Zufall? Wohl kaum.

Anders als dieser Text vielleicht Glauben macht gehöre ich nicht zu den Leuten, die völlig hysterisch jede nationale Gesinnung ablehnen. Ich persönlich finde sowohl Heimat als auch den Begriff der Nation erst mal unproblematisch. Und ich würde Hamburg und Deutschland auch als meine Heimat bezeichnen, die mir auch sehr wichtig ist. Ich käme nur nie auf den Gedanken, vor 5000 Leuten das minutenlang auszubreiten und im selben Atemzug zu betonen, dass der Mehmet aus der Türkei ja seine eigene Heimat hat.

Und ich glaube auch dass Frauen und Männer unterschiedlich sind, und unterschiedliche archetypische Verhaltensmuster aufweisen. Aber es ist ein Unterschied, ob ich das wahrnehme und mir meine Gedanken dazu mache oder ob ich vor 2000 Kindern Frauen als kuchenessende Dummies und Männer als kollektive Saufbrüder auftreten lasse. Wenn Mario Barth das macht ist das seine Sache, und die Leute die da hingehen haben genau dafür bezahlt. Hier sind hunderte Kinder die Spaß am Singen haben sollen und nicht mit reaktionärem Gedankengut gefüttert werden sollen.

Denn viel wirkmächtiger als die Lieder war der Moderator, der durch den Abend geführt hat und keine Gelegenheit ausließ, seine Alfred-Dregger-Weltsicht zum Besten zu geben. Neben all den Liedern blieb am Ende eigentlich nur hängen: Jedem seine Heimat. Behinderte dürfen auch mal aus der Einrichtung. Frauen essen Kuchen und Papa trinkt gern Bier. Und das hier ist ein christliches Land. Ein Liederabend wie in den 50ern.

Anmerkung: In einer früheren Version wurde hier ein latenter Bezug zur idenditären Bewegung angemerkt, den ich mit etwas Abstand betrachtet zu überspitzt und unangemessen fand und deshalb entfernt habe.